Wir reden jetzt vom türkischen Basar

Auszüge aus  dem Interview mit A.,
aus dem Frauentreffen in Pallaseum, am 07.10.2025 geführt.

A.: Wir reden jetzt vom türkischen Basar. Das war ja ganz hinten im U-Bahnhof Bülowstrasse. Der Teil war ja zu, jetzt ist ein Fahrstuhl da, damals war der Bahnhof ja komplett zu. Damals waren ja viele Läden da: ein Friseursalon und Läden, wo Musikkassetten und Klamotten verkauft wurden. Hochzeitskleider haben wir auch da verkauft. Damals war auch diese Gazino (ein Unterhaltungslokal) dort. Dort konnte man auch Hochzeit oder Verlobung feiern. Viele Gäste sind aus der Türkei gekommen. Berühmte Sängerinnen sind dort aufgetreten. Vielleicht kennen Sie  Bülent Ersoy sie war auch da. Das war eigentlich ganz schön. Es würde auch ganz schön sein, wenn so was mal wieder passiert, also wegen Türken, ne? Da bräuchtest du nicht weit weg zu fahren. Es war ja alles so in der Nähe und du konntest ganz vieles machen. 

Damals war auch kein türkischer Kanal im Fernsehen, jetzt gibt es ja überall, überall, auch im Internet, jetzt kannst du türkische Filme überall anschauen. Damals gab es aber kein Internet und so weiter. Deswegen haben die Leute immer Videokassetten geholt. Da waren ja mehrere Videokassetten-Läden. Im Gazino konnte man sich ganz viele Videokassetten und viele, zum Beispiel indische, Filme ausleihen

Ja, ja, ja. Eine Woche konnte man sich Videokassetten ausleihen und dann wieder zurückgeben, man hat 20 Demark bezahlt – damals gab ja Demark, ne –  und dann hattest du eine Woche, um sie zu gucken.
Da waren ja auch ganz viele Hochzeitskleider. Du konntest da auch Kleider kaufen, auch Beschneidungskleider – also wir beschneiden ja die Jungs –  Da waren ja ganz viele offene Läden eigentlich, ein Laden hat ja aber eine Eingrenzung gehabt, das war ja ein Restaurant. Es gab auch ein Pizzaladen und viele Dönerladen, dort unten wo jetzt der Eingang des U-Bahnhofs, da waren ja die Dönerladen und der Pizzaladen. Oben war ja nur Kassetten- und Kleider- und Goldladen. Du konntest da auch Gold kaufen können, waren ja 3-4 Goldläden da drinne. Wenn man heute so in dem U-Bahnhof sitzt, das sieht ja so klein aus. Aber damals waren fast 30 Laden, mehr als 30 Laden drin, an beiden Seiten, also gegenüber. Die Mitte des Bahnhofs – wo jetzt die Gleise sind – war auch zu, darauf konnten man ja laufen, ne? Die haben auch so einen Laden gebaut. Ja. Der Laden. Und waren ja über 30 Läden da jetzt, fast drinne.

M.: Und sie war, sie hatten dort einen Laden.

A.: Nein, ich war nicht da, aber mein Neffe war da und hat auch Kassetten verkauft.

Vollständiges Interview (25 Minuten) und Transkription
bei infosoziallabelberlin@gmail.com nachfragen

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